Compás = Takt; rhythmische Einheit
Flamenco und der Compás: „Fuera de compás“ ist eigentlich das Schlimmste, was einem als Flamencoakteur widerfahren kann. Man stelle sich vor, eine Tanzkapelle spielt einen Walzer und irgendwo werden eine, oder zwei Zählzeiten im 3/4-Takt weggelassen - unvorstellbar für Zuhörer und Tanzende. Nun ist es beim Flamenco etwas schwieriger, nicht aus dem Takt, bzw. compás zu kommen, aber ungefähr mit dem Walzerbeispiel zu vergleichen. Tänzer, die nicht im compás tanzen, Sänger, die nicht im compás singen und Gitarristen, die nicht im compás spielen, werden von anderen Künstlern gemieden, da keine Zusammenarbeit möglich ist. Auch wenn man nur zu Hause im »Zimmerchen« für sich »Flamenco« spielt, sollte der compás eingehalten werden, bzw. sollte die Kenntnis über den compás vorhanden sein, da es eben sonst nicht Flamenco ist. Ich höre immer wieder Gitarristen, vor allem hier im deutschsprachigen Raum, die schwierige falsetas von bekannten Virtuosen spielen, bei denen es aber nicht möglich ist, mit dem Fuß den Takt zu tippen, geschweige einen compás festzustellen. Dies ist nicht Flamenco!
Flamenco-Rhythmus: Das Problem ist, dass außerhalb Spaniens oft die »Kuh am Schwanze aufgezäumt« wird. Damit will ich sagen, dass ein Gitarrist der Flamenco lernen will, in den seltensten Fällen sein Ziel erreicht, wenn der damit beginnt zuerst Kompositionen von z.B. PACO DE LUCÍA nach Tonträger oder Noten einzustudieren. Dies widerspricht völlig der Art und Weise, wie man in Spanien, genauer gesagt in Andalusien das toque erlernt. Alle, von RAMÒN MONTOYA bis VICENTE AMIGO, haben zuerst cante und baile begleitet und lange Zeit als professionelle Begleitgitarristen gearbeitet, bevor sie anfingen Solo-Gitarre zu spielen. Ein Gitarrist, der nicht im compás spielt und dazu noch behauptet als »Sologitarrist« sei es nicht so tragisch „fuera de compás“ zu sein, demonstriert damit bestenfalls seine Ignoranz - Flamenco ist das aber nicht!
Schon vor Jahren hatte ich die Idee, dass es doch ein Gerät, ein Art Metronom, geben müsste, das diese compases optisch und akustisch wiedergibt. Aus dieser Idee entstand das links abgebildete Flamenco-Metronom »Compás Flamenco«. Die Produktion des Gerätes wurde Ende der 1990er Jahre eingestellt und duch ein Software ersetzt (siehe unten - oder Flamenco-Metronome).
Sinn und Zweck dieses Metronoms ist, die Kontrolle über den compás bei schwierigen Falsetas, oder Tanzpassagen zu haben. Dem Gitarristen, der von Anfang an damit übt, wird der compás zur Selbstverständlichkeit.
Zählen, oder Zählweise im Flamenco. Die Rhythmik, die Akzente, der Rhythmus, Klatschen ( Palmas ).

Anwenden auf die Gattungen (Estilos):Für Gattungen im 3/4-Takt mit nichtwechselnden Akzenten (Sevillanas, Verdiales, Jaberas, Rondeña - nicht »Rondeña toque« - usw..) kann der 3er-Modus verwendet werden. Für Gattungen im 4/4- oder 2/4-Takt, z. B. Tangos, sowie dessen artverwandte Gattungen (Tientos, Tanguillos - auch Farruca), Garrotin, Taranto, sowie alle von Südamerika beeinflussten Gattungen, »Estilos de ida y vuelta« (Rumba, Colombianas, Milonga) kann der 2er-, oder 4er-Modus, der einem normalen Metronom entspricht, verwendet werden. |

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Flamenco - Rhythmus - Takt - Akzent - Zählen - Compás - Rhythmen - Klatschen (Palmas)