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| Startseite · Flamenco Gitarrenschule · Vorwort |
Lehrwerk für FlamencogitarreInhalt neben den einzelnen Spieltechniken:
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Vorwort |
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Diese Gitarrenschule ist für alle, die sich für die Flamenco-Gitarre und ihre Techniken interessieren. Für alle, die bislang keinen geeigneten Lehrer, oder entsprechendes Lehrmaterial fanden. Für alle, die schon Flamencogitarre spielen, aber immer noch Fragen zu den Anschlagstechniken der rechten Hand haben. Für alle, die selbst Flamenco-Gitarre unterrichten, mag die Schule, mit ihrer logisch aufgebauten Lehrmethode, als Leitfaden und Orientierungshilfe dienen. Sie versteht sich gleichzeitig als ein Nachschlagwerk, für Fragen zum Flamenco allgemein. Alles, was meines Erachtens zum Flamenco-Gitarrenspiel gehört, die Instrumentenkunde, die Geschichte des Flamenco, die Erläuterungen der verschiedenen Gattungen mit ihren komplizierten Rhythmen und ein reichhaltiges Glossar ist in diesen beiden Bänden zusammengetragen. Auf Erläuterungen der Notenschrift und Tabulatur wurde verzichtet, da diese, sowie die Grundanschlagstechniken der Klassischen Gitarre vorausgesetzt werden. Die Tabulatur wurde auch mit Zeitwerten versehen, da ich der Meinung bin, dass sich auch der Tabulatur-Leser, sei es nur unbewusst, an diesen Zeitwerten orientiert. Für die Kenntnisse und Erfahrungen, die in diesem Lehrwerk festgehalten sind, waren meine zahlreichen Aufenthalte und die Arbeit in Madrid und Andalusien genauso wichtig, wie die Freundschaft und Bekanntschaft mit großen und weniger großen „Maestros“ Und nicht zu vergessen, die erste Inspiration, durch den Gitarristen und langjährigen Freund Manolo Lohnes, der viel zur Entwicklung des Flamenco in Deutschland beigetragen hat. Im Laufe meiner 15jährigen Unterrichtstätigkeit wurde ich immer wieder aufs Neue gefordert zu überdenken und zu analysieren, was meine Finger und vor allem die der großen „Maestros“ machen und wie ich das „Erlernte“ und das „Erfahrene“ weitergeben kann. Wie alle, die Flamenco, ob Gitarre oder Tanz, unterrichten, wurde ich von meinen Schülern zum „Lehrer“ gemacht. Wesentliches habe ich auch bei den unzähligen Auftritten gelernt, die ohne jegliche Probe abliefen und bei denen mir die TänzerInnen und SängerInnen erst kurz vor dem Auftritt in der Garderobe vorgestellt wurden. Die Zusammenarbeit und das Unterwegssein, vor allem mit „Gitanos“, haben mir, als „ausländischer Flamenco“, Musiker und Mensch, viel gegeben. Durch all dies, wie auch durch die Zusammenarbeit mit meiner Partnerin und „Bailaora graciosa“ Lela de Fuenteprado, wurde der Flamenco das, was er heute für mich ist - „La vida“. Flamenco ist nicht nur Gitarren-Musik. Obwohl er in aller Welt durch die Gitarre, bzw. durch Gitarristen wie Carlos Montoya und Manitas del Plata in den 60iger Jahren und in jüngster Zeit durch Paco de Lucía, bekannt wurde, bilden die Eckpfeiler nach wie vor der Gesang, der Tanz, die Gitarre und die „Jaleos“. |
Flamenco ist zugleich eine sehr emotionale und doch strenge Kunstform und eine Lebenseinstellung. Flamenco bedeutet - Spontaneität, Improvisation in der Musik und im Lebensstil. Im „Jetzt“ leben. Sich nicht aufgeben, trotz stärkster Bedrängnis. Mit dem Ventil der Musik und des Tanzes, seelische und körperliche Not überwinden, ohne Aggression. Das Schicksal wird akzeptiert, aus jeder Situation das Beste gemacht, sei es so noch wenig - und das alles mit ausgeprägter Lebensfreude und starkem Lebenswillen. Vielleicht ist Flamenco deshalb eine der elementarsten Musizier- und Tanzformen, die so stark vom „Sich-Nachhören“ lebt. Dieses Lehrwerk kann aber bestenfalls nur Grammatik und Vokabular der „Sprache“ Flamenco sein. Die Feinheiten und der Reichtum dieser „Sprache“, sollten dort erlernt werden, wo man sie spricht. Da dies nicht immer und für jeden möglich ist, sollte man sich zumindest viel mit der Flamenco-Musik auseinandersetzen. Schallplatten anhören, Konzertbesuche und Kontakt zu Flamencokünstlern suchen, vor allem zu Flamenco-Tanzschulen, die es inzwischen in jeder größeren Stadt gibt. Da es bis heute fast keine pädagogisch ausgebildeten Lehrer für Flamenco gibt, wurde die Musik immer nur mündlich weitervermittelt. Erst in jüngster Zeit hat man begonnen sie zu notieren. Alles wurde immer mündlich weitervermittelt. Flamenco wurde auch nie komponiert. Wenn es Arrangements gibt, dann mit großem Freiraum für Improvisation, d.h. mit freiem Zugriff auf die unzähligen Schubladen einer großen Kommode. Wobei der Inhalt der jeweiligen Schublade, die „Falseta“, irgendwann kreiert, und die Form der Kommode, die jeweilige Gattung mit ihren festgelegten Rhythmen und Regeln, vorher erlernt und geübt wurden. Nach diesem Prinzip ist diese Flamenco-Gitarrenschule aufgebaut. Es gibt keine kompletten Kompositionen. Die einzelnen übungen, Rhythmen und Variationen wurden bewusst nicht zusammengefasst, sondern der jeweiligen technischen Anforderung und dem Niveau angepasst. Mir geht es darum, dass der Lernende diese einzelnen Teile, oder Schubladen, auswendig lernt, um sie beliebig kombinieren zu können, allerdings ohne die Schubladen, mit denen anderer Kommoden zu vertauschen, oder die Form einer anderen Kommode zu verwenden. Es ist wichtig, die Erläuterungen zu den einzelnen Techniken mit den dazugehörenden Abbildungen, genau zu beachten, um den typischen Klang des Flamenco-Anschlags, um den es in erster Linie geht, zu erreichen. Wenn die Übungsbeispiele auf der CD besser klingen als Ihr eigenes Spiel, so liegt das nicht an meiner Gitarre oder der Aufnahmetechnik, sondern einzig und allein am Anschlag und der Tonproduktion. Die Hörbeispiele der CD sollten möglichst oft gehört werden, um Phrasierung, Artikulation und Tonbildung ins Ohr zu bekommen. Viel Spaß und Erfolg mit der Flamencogitarre. |
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