Die Flamenco-Gitarre
Der Klang der Flamenco-Gitarre
Die Flamenco-Gitarre, bzw. der Flamencogitarrist hatte in Vergangenheit immer Probleme mit der Lautstärke. Ursprünglich war die Flamenco-Gitarre (guitarra flamenca) nur Begleitinstrument für cante (Flamenco-Gesang) und baile (Flamenco-Tanz). Gegenüber den lauten taconeos (perkussive Fußarbeit) der bailaoras (Flamenco-Tänzerinnen) und bailaores (Flamenco-Tänzer) und den zum Teil kräftigen Stimmen der cantaores (Flamenco-Sänger) waren die Flamenco-Gitarren immer zu leise.
Vom guitarrero (Gitarrenbauer) wurde deshalb verlangt, ein lautes Instrument zu bauen, vom guitarrista (Gitarrist), dass man ihn hört. Von den guitarreros wurde das Problem dahingehend gelöst, das sie Instrumente mit höhenlastigem, brillantem Anschlag bauten, in den mittleren Frequenzen sehr laut, fast ohne Bässe und einem Ton, der ein sehr kurzes "Attack" (Pegelanstiegszeit) und aber auch dafür ein sehr kurzes "Decay" (Abklingzeit) hat.
Die Flamenco-Gitarre spricht sofort an, da sie sehr leicht gebaut ist. Die Wandstärke von Decke, Boden und Zargen ist um einiges dünner als bei der Konzertgitarre. Eine gutklingende Flamenco-Gitarre kann nicht mit einer Konzertgitarre verglichen werden.
Alles weitere musste der tocaor (Flamencogitarrist) beisteuern. Im Laufe der Zeit eigneten sich die Flamenco-Gitarristen ein sehr lautes, kräftiges toque (Gitarrenspiel) an, das bis in die heutige Zeit geblieben ist, obwohl die elektronische Verstärkung inzwischen auch im Flamenco verbreitet ist. Bei allen Anschlags-Techniken wird nahe am puente (Steg) gespielt. Egal ob rasgueo (rasgueado), picado, arpegio, tremolo, der Ton ist immer sehr brillant und trocken. Dazu später mehr.
Guitarrero = Gitarrenbauer - Guitarrista / Tocaor = Gitarrist
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Quelle: Schule der Flamencogitarre von Graf-Martinez
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